Czech Travelogue 2/2014

Die Religion des Neuen zieht sich quer durch die ganze Industrie, denTourismus nicht ausgenommen. Fakt ist – über neue Ideen zu reden, ist eine Sache, mit Neuem zu kommen, eine ganz andere. Dabei reicht es mitunter aus, den alten, verstaubten Mantel einfach umzukrempeln und ihn verkehrt herum zu tragen. Aus etwas Altmodischem eine very very cool Sache zu machen. So entstehen mitunter originelleSachen,die urplötzlich der Kategorie FRISCH ENTDECKT angehören. In ähnlicher Katharsis kehrt das Kabarett nach Prag zurück. Seintemperamentvolles Treiben spielt sich im Gasthof U Fleků ab (jagerade inder Gastwirtschaft, die kein Prager Reiseführer weglässt) – siehe Seite16. Das Problem des NEUEN ist seine Kurzlebigkeit – schon die nächste Neuigkeit macht ihm oft den Garaus. Seine Lebensdauer ist begrenzt und sein Ende häufig rasch und fatal. Dennoch gibt es etwas, das sich trotz fortgeschrittenen Alters an der Spitze des Interesses ganzer Generationen hält – die Tradition. Hier gilt – je älter, desto besser. Im Falle des tschechischen Bäderwesens geht es um Traditionen, die seit dem Mittelalter kultiviert wurden und augenscheinlich tut das dem Vertrauen, das man ihm entgegenbringt, keinen Abbruch.  Ja immer mehr Menschen vertrauen ihm – alljährlich strömen sie in die Heilbäder, Familien mit Kindern nicht ausgenommen. Gerade der Kinderheilung widmen wir diesmal die gesamte Gesundheitsrubrik – dank der tschechischen Balneologie und ihrer traditionellen Prinzipien entdecken relativ gesunde Menschen Neues und bisher Unerkanntes. Inspiratives Lesen wünscht Ihnen im Namen der Redaktion.